Liebe Yogins und Yoginis

Das erste Thema unterm Baum soll im Allgemeinen erklären, was Yoga überhaupt ist und wie man sich in etwa auf die Meditation vorbereitet. Falsche Vorstellungen der beiden, kann es schwer machen, sie zu praktizieren.

Ein Problem von heute ist, dass jeder seine Art Yoga und Meditation für überlegen oder die beste hält. So etwas wie “beste” oder “überlegen” gibt es aber nicht. Das was für euch persönlich funktioniert, wird eure Methode sein. Der Unterschied ist, dass die meisten heutigen Lehrer nur ihre Art, mit der sie am ehesten zurechtkommen oder gelernt haben, lehren und so die eine für “besser” als die andere halten.

In früheren Zeiten, in Zeiten der großen und weisen Lehrer, wurden die Methoden auf den jeweiligen Schüler zugeschnitten, denn umso mehr die Lehre persönlich angepasst ist, umso schneller wird man voran kommen. Am Anfang heißt es einfach, viel herum probieren und testen. Wenn die Technik oder der Weg passt, wird es einem sehr schnell klar. Es wird sich um einiges besser anfühlen als die anderen ausprobierten Methoden.


Yoga – Ost & West

Im westlichen Teil der Welt ist Yoga derzeit noch etwas anderes als von dort wo er ursprünglich herkommt, dem Osten. Wobei er sich auch im Osten immer mehr zu einer Industrie entwickelt. Hören Leute im Westen von Yoga, folgen Anspielungen wie: “Du machst Yoga? Zeig mal den verknoteten Affen!“, denn meistens wird Yoga auf das weit verbreitet “hatha” reduziert. Hatha-Yoga spezialisiert sich auf die verschiedenen Körperhaltungen oder “asanas” genannt. Yoga ist allerdings die Erforschung des Geistes und dafür wird die Versenkung oder auch Meditation verwendet.

Auch der erleuchtete Buddha war kein Buddhist, sondern ein Yoga praktizierender. Erst nach seiner Zeit entwickelte sich der Buddhismus zu dem was er heute ist und spaltete sich danach vom Yoga ab.


Die Meditation

Meditation ist die Methode um den eigenen Geist zu erforschen. Ebenso wie beim Yoga, herrscht auch hier sehr viel Verwirrung rund um das Thema. Vor allem ist die Meditation nichts worüber man gelesen hat, seien es irgendwelche Geräusche, bunten Lichter oder umher schwirrende Gottheiten oder Engel. Erwartungen, falsche Erwartungen vor allem, würden die Meditation extrem behindern.

Es ist, wie schon oben erwähnt, das Kennenlernen des Geistes und hier sollte man ansetzten, um einen guten Start der Praxis zu gewährleisten. Schauen wir uns unter anderem die Zeit und Dauer, den Ort, die Haltung und wie man Techniken nutzten sollte an. Wichtig ist, es gibt für nichts eine feste Vorschrift. Richtig ist, was für euch funktioniert!


Zeit & Dauer

Viele Leute sagen hier wieder, dass man unbedingt länger als 15min. meditieren sollte… Unsinn, 5min. gut genutzte Zeit sind um einiges mehr wert als 30min. Tagträumerei. Bedeutet also, lässt sich an irgendeinem Punkt des Tages ein wenig Zeit frei schaufeln oder ergibt es sich einfach, sollte man die Zeit nutzt um zu meditieren.

Kurze Pausen in der Arbeit, Bahn- oder Busfahrten usw. können natürlich genauso genutzt werden. Heißt natürlich nicht, dass man jetzt nur noch 5min.-Meditationen zehn Mal über den Tag verteilt machen sollte. Umso mehr Zeit und auch umso länger viel Zeit an einem Stück vorhanden ist, umso besser.

Die oft vorgeschlagene Morgen- und Abendmeditation ist auch von sehr großem Nutzen. Das hat mit der Änderung der Verhaltensmuster zu tun. Ebenso wie viele Menschen jeden Morgen duschen und es schon eine feste Angewohnheit ist, kann man sich auch die Meditation angewöhnen. Gewohnheit ist ein sehr dicker Pluspunkt und nicht zu unterschätzen.


Ort der Meditation

Am besten geht man in die Berge und sucht sich dort eine Höhle, sowie die Sadhus in Indien… natürlich Blödsinn. Das wichtigste ist hier, für den Anfang, Privatsphäre. Einen Raum oder ein Gebiet in das man sich, ganz entspannt, zurückziehen kann. Soll nicht bedeuten, dass es dort keinerlei Geräusche oder Störungen geben darf, sondern dass man dort einfach ein wenig Zeit und Ruhe für sich selbst hat. Geräusche gibt es immer und Störungen entstehen aus uns selbst heraus, also keine Sorge. 😉

Lebt man in ländlicher Gegend oder in der Nähe eines Waldes und ist dazu auch noch ein Naturfreund – Toll, gehen wir zum Meditieren dort hin. Wohnt man in den Bergen – Toll, klettern wir nach oben und meditieren dort. Kommt man aus einem Wüstengebiet… ich denke ihr wisst nun auf was ich hinaus möchte. Hat man aber nur einen kleinen Raum zur Verfügung in dem Meditation geübt werden kann, ist eben das der Berg oder der Wald, spielt also eigentlich kaum eine Rolle.

Mitten in Menschenmengen oder auf dem Markt zu meditieren würde ich persönlich, als Anfänger zumindest, eher unterlassen. Es ist schwer an solchen Orten die Konzentration aufrecht zu erhalten. Wobei ein geübter und erfahrener Meditierender hier definitiv arbeiten und noch etwas lernen kann.


Haltung der Meditation

Es gibt vier Haltungen der Meditation, gehen, stehen, sitzen und liegen. Viele Leute denken oft, dass nur auf dem Boden sitzend Meditation funktionieren würde, ist aber nicht so. Die Haltung sollte vor allem dem “Energie-Level” angepasst werden. Bedeutet, dass wenn man müde ist, das liegen vermeiden sollte, ist man nur ein wenig müde, könnte sitzen schon zum Problem werden. Gehen dagegen erzeugt viel Energie und damit kann Müdigkeit überwunden werden. Ist die Müdigkeit weg, kann sich danach zur Meditation hingesetzt werden. Ebenso schwer sollte es sein im Stehen einzuschlafen, stehen ist nach dem gehen, der größte Energie-Lieferant.

Zusammengefasst heißt das also, Gehen erzeugt die meiste Energie, danach das Stehen, dann das Sitzen und zum Schluss das Liegen. Versucht also die Meditation anzupassen und nicht faul zu sein. Alle Haltungen können natürlich auch miteinander kombiniert werden. Den Start macht eine zehn minütige Geh-Meditation und darauf eine 20min. Steh- oder Sitzmeditation. Ist man sich sicher, dass man nicht einschläft, kann ohne Probleme im Liegen meditiert werden. Auch hier gilt, Selbsterforschung und Probieren.

Zu den verschiedenen Sitzhaltungen der Meditation, kommt man HIER.


Meditationstechnik

Nun zum letzten Punkt in diesem Beitrag, die Technik. Man sollte Techniken wählen die einem zusagen und dann einige Tage damit rumprobieren. Ist etwas gefunden, dass einem gefällt, sollte man dabei bleiben! Die Technik alle 14 Tage zu wechseln ist sehr kontraproduktiv. Sich alle drei Tage mit einer neuen Technik zu vergnügen bringt vielleicht Spaß aber leider keinen Fortschritt.

Techniken sind beispielsweise Zen, Vipassana oder Samatha. Es gibt aber natürlich noch sehr viele mehr über die ich noch in naher Zukunft berichten will.


Zum Schluss bleibt zu sagen, man sollte die Meditation Wie, Wann und Wo es einem passt üben. Es muss der Persönlichkeit zusagen. Immerhin ist es unsere Meditation und nicht die vom Nachbarn. Hat man das beste Setting gefunden, bleibt nur noch üben, üben, üben und natürlich üben.

Außerdem sollte man sich klar sein, dass bei diesem “üben” nicht nur die Meditation, sondern auch das Thema “Moral” gemeint ist, HIER wird sich ein wenig damit befasst und darüber geschrieben.

Bis zum nächsten Mal unterm Baum,

Namaste, Metta und Adé
-Anagarika