Liebe Yogins und Yoginis

Bei diesem treffen unterm Baum möchte ich über einen persönlichen Erfahrungsbericht mit einem Guru sprechen. Dieser Guru genießt große Popularität rund um den Globus, dank seines ausgefallenen Konzepts des “Darshan” bzw. Segens.

Die rede hier ist von Mata Amritanandamayi oder kurz “Amma”. Selbst bezeichnet sie sich als “Avatar-Guru” und ist bekannt für ihre Umarmungen, durch die sie ihren Segen verteilt, was ihr den Spitznamen “Die umarmende Heilige” eingebracht hat.

Alle Anhänger dieser, bitte ich diesen Beitrag als meine persönliche Meinung ab zu stempeln oder ab hier einfach nicht weiter zu lesen… tut euch diesen gefallen.


Amma & ihre Technik

(Mata Amritanandamayi – Amma)

Alls aller erstes, wie bin ich auf Amma aufmerksam geworden?

Oft stöbere ich durch die tiefen des Internets auf der Suche nach Techniken, Gurus oder Lehren von Leuten die etwas mit Yoga zu tun haben. So fand ich die “IAM“-Meditationstechnik von Amma, welche übrigens ein eingetragenes Markenzeichen hat. Das “IAM” steht für Integrated Amrita Meditation und es gibt sie für Kinder, Jugendliche, Spirituell suchende, Berufstätige und Leute in der Führungsetage. Der Unterschied liegt jeweils in der Länge der Meditation. (Wichtig, denn wir sind ja nicht alle gleich…)

Auf der Internetseite findet man eine Auflistung von positiven Aspekten der Meditation. (Meditation, nicht IAM-Technik)

  • Verringerung von Stress und Angst
  • Erhöhung des Energieniveaus
  • Verringerung von Ärger und Frustration
  • Verbesserung der Lernfähigkeit
  • Erhöhung von Produktivität & Leistungsvermögen
  • Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden

Das Amma-Treffen

Interessiert wie die Technik wohl aussieht, schrieb ich eine E-Mail an die deutsche Anhängerschaft Ammas, da man auf der Seite direkt nichts finden kann was darauf verweist wie man diese erlernt. Am nächsten Tag erhielt ich bereits Antwort. In der E-Mail wurde gefragt ob ich den nicht am Wochenende zum Amma-Treffen kommen wolle, den dort würde es weitere Informationen darüber geben, wann Kurse zum Erlernen der Technik stattfinden.

Der Ort der Veranstaltung war nicht allzu weit weg also habe ich und meine bessere Hälfte uns entschlossen an einem Samstag dort hin zu fahren. Gespannt wie Flitzebogen, was uns wohl erwartet, planten wir den ganzen Tag dort zu verbringen. Ich meine, ein echter Guru, von dem nur gutes in der Presse steht und mit Preisen der UN ausgezeichnet ist… wer will da nicht solange es möglich ist bleiben.

Wir sind demnach sehr früh morgens los gefahren, denn auf der Internetseite stand, man solle früh genug da sein um auch sicher einen “Darshan”, in diesem Fall eine Umarmung, zu bekommen.

Dort angekommen, zahlten wir 5€ Parkgebühr und wurde von einem der gefühlten 1000 freiwilligen Amma-Helfer einem Parkplatz zugewiesen. Als erstes sah man ein riesig aufgebautes Festzelt, dass für die Essensausgabe gedacht war, gegenüber einige kleinere Zelte in denen die Küchenhelfer das Geschirr abspülten.

Die Atmosphäre war sehr heiter, jedem dem man begegnete hatte ein fröhliches Lächeln im Gesicht und begrüßte einen sehr nett… musste wohl an dieser IAM-Technik liegen.


Merchandise & Spenden

Wir gingen direkt in die Haupthalle bzw. Sporthalle wo das Event stattfinden sollte und Amma auftreten würde. Dort waren reihen weise Stühle vor einem Podium aufgebaut. Im hinteren Teil der Halle gab es Verkaufsstände mit allen möglichen Yoga-Artikeln wie Malas, Teppiche, Stoffe, Schals, Bilder, Bücher und DVD’s von Amma.

Alle 5m waren große Spendenboxen aufgestellt, es gab auch einen Geschenkestand für Amma, bei dem man Girlanden und Blumenkränze für sie kaufen konnte… die am Ende wohl wieder dahin gehangen wurden.

Bei den Verkaufsständen hingen wie gesagt Malas oder Gebetsketten, on mass und in allen Variationen. Von Rudraksha über Sandelholz bis zu Rosenholz und Edelsteinketten. Gut die Hälfte aller Ketten hatte ein Schildchen mit der Aufschrift “Von Amma gesegnet” oder “Aus Ammas Garten” an sich. Die liebe muss wohl in einem Palast wohnen bei so viel Bäumen im Garten. 😕

(Ammas Ashram – Amritapuri)


Der Weg zur Umarmung

Kommen wir nun zum “Darshan“. Diesen kann Amma natürlich vergeben da sie, wie schon erwähnt, ein “Avatar-Guru” ist. Das bedeutet so viel wie eine Inkarnation eines Gottes, … … …puh, weiter im Text.

Wir kamen in die Halle und gingen zu einer Frau die unter einem Schild stehend, mit der Aufschrift “Darshan”, kleine nummerierte Karten verteilte. Bei den Behörden machen so was ja Maschinen, nur nicht mit so einem netten lächeln. Ob das jetzt Positiv oder Negativ ist kann man selbst entscheiden.

Als wir unsere Kärtchen hatten, setzten wir uns auf einen Platz und warteten also auf den Guru. Hier und da sah man einen Indischen “Swami” (Das sind die Mönche in Indien) in ganz Orange gekleidet durch die Gegend laufen und sich mit Leuten unterhalten, einer von ihnen hing auf einem Stuhl und wies den Mitarbeitern ihre Aufgaben zu…warum ich das erwähne? Er erinnerte mich irgendwie an Jabba den Hutten von Star Wars. 😈

(Säckchen 3€ und die Nummern)


Auftritt Amma

Um halb 11 war es dann soweit und Amma kam auf das Podium. Einige der auf der Bühne stehenden Leute berührten ihre Füße und verneigten sich vor ihr, bis sie sich auf ihren Platz in den halben Lotus setzte und anfing. Geplant war eine gemeinsame Meditation mit dem Publikum, soweit man es Meditation nennen kann wenn dauerhaft Mitarbeiter durch die Gegend laufen und der Mann neben einem rum zappelt… vielleicht wurde ja auch seine Kundalini erweckt.

Nach 10-15min. fing Amma an mit geschlossenen Augen einen kleinen Vortag zu halten. Wieso mit geschlossenen Augen weiß ich auch nicht, der Dolmetscher hinter ihr las den Deutschen Text auf jeden Fall aus seinem Schnellhefter vor. Nach diesem kurzen Vortag über Liebe und Frieden ging es mit dem “Darshan” los. Auf Bildschirmen wurden die Nummern angezeigt die nach vorne kommen durften. Auf der Bühne galt außerdem striktes Schuhverbot.

JETZT wird es spannend…der Darshan…

Darüber kann ich jedoch leider nichts berichten, sowohl meine Frau als auch ich fanden das ganze langsam so lächerlich, das wir ins Essenszelt gingen. Hier bei Amma wurden die gutgläubigen Yoga-Anhänger einfach nur abgezockt, damit in Indien ein Palast entstehen kann. Damit will ich nicht schlecht reden das Amma Häuser für Obdachlose in Indien baut, sondern das wohl der Großteil der Spenden in ganz andere Sachen fließt.


Zusammenfassung

(Discounter Bon-Bon’s)

Dennoch habe ich auch etwas extrem positives zu Berichten. Das Essen war wohl das beste indische das ich jemals gegessen habe! Auch das war leider überteuert aber wenigstens hatte man was davon.  Solltet ihr einmal so ein Event besuchen, versucht das Masala Dosa meine Freunde… einfach nur lecker.

Unser Amma-Tag endete spät… um 13Uhr traten wir die Heimreise an, definitiv mehr entsetzt als enttäuscht. Naja… immerhin hatte wir eine schöne, wenn auch teure, Halskette für den Sohnemann und eine große Erfahrung gesammelt.

(Ungesegnet – 28€)

Man sollte sich selbst einen Gefallen tun und so etwas skeptisch betrachten anstelle dem blindlings zu vertrauen… Oder schaut euch selbst mal auf so einem Event um. Ich verspreche Entertainment!

(Leider gibt es keine Bilder des Events direkt, da Filmen und Fotografieren strikt verboten war…)

Bis zum nächsten Mal unterm Baum,

 

Namaste, Metta und Adé
-Anagarika